Eine Bäckerei am Meer. Ein Neuanfang. Und eine Tür, die gestern noch nicht da war.
Mara will nur Ruhe: Teig kneten, Brotduft, Hafenluft – und endlich Tage, die sich nicht wie Wettlauf anfühlen.
Doch schon in der ersten Nacht stimmt etwas nicht. Der alte Steinofen knackt, als würde er antworten. Im Mehl tauchen Spuren auf, die nicht von ihr sein können. Und im Vorratsraum entdeckt Mara hinter einer Holzverkleidung etwas, das ihr Herz schneller schlagen lässt:
Eine verborgene Tür.
Sie wirkt harmlos. Still. Fast gewöhnlich.
Bis ein schwaches Leuchten aus den Ritzen dringt – und draußen am Hafen das Wasser in der Dunkelheit schimmert, als hätte die Nacht ein Geheimnis verschluckt.
Je mehr Mara versucht, alles rational zu erklären, desto deutlicher spürt sie: Diese Stadt hält zusammen – und verschweigt etwas. Ein Fund führt zum nächsten. Ein Blick, der zu lange dauert. Ein Satz, der plötzlich abbricht.
Und während die Tage nach Zitronen, Kaffee und frischem Gebäck duften, zieht die Tür im Vorratsraum sie immer näher an eine Wahrheit heran, die sie nicht gesucht hat – die aber vielleicht genau das ist, was ihr gefehlt hat.