Künstliche Intelligenz versteht uns nicht, sie simuliert Verständnis. Was uns als Erkenntnis oder Wissen erscheint, ist das Ergebnis statistischer Berechnungen.
Dennoch treten wir mit ihr in Dialog, vertrauen ihren Antworten, lassen uns von ihr beraten und beginnen, unsere Entscheidungen an ihr auszurichten. Indem wir ihre Ergebnisse deuten und ihnen Bedeutung zuschreiben, entfaltet sie gesellschaftliche Wirkmacht. Sie prägt unsere Wahrnehmung von Realität und beeinflusst unsere Urteilsfähigkeit.
Dieses Buch betrachtet Künstliche Intelligenz daher nicht primär als Technologie, sondern als kulturelles und gesellschaftliches Phänomen. Es zeigt, wie aus visionären Narrativen, ökonomischen Interessen und digitalen Infrastrukturen ein System hervorgegangen ist, das Verhalten analysiert, beeinflusst und zunehmend gesellschaftliche Prozesse strukturiert.
Im Zentrum steht eine grundlegende Frage:
Warum nehmen wir Künstliche Intelligenz als verstehend wahr und welche Folgen hat diese Wahrnehmung für unser Denken sowie für das soziale Gefüge unserer Gesellschaft?