Diese Ausgabe wurde vollständig restauriert, mit moderner Typografie, individuellem Coverdesign und korrigierter Formatierung. Friedrich de la Motte Fouqués Ritterroman Der Zauberring eröffnet sich als feierliche, von Frömmigkeit und Romantik getragene Erzählung, die Wunder, Abenteuer, Liebe, Trauer und Kampf in Aussicht stellt. Im Mittelpunkt stehen Otto von Trautwangen und Bertha von Lichtenried, deren zarte Gespräche am Donauufer von Fernweh, Heimatliebe und der Sehnsucht nach einem höheren Lebensziel durchzogen sind. Ein vorbeiziehender Pilgerzug weitet die Szene ins Weltgeschichtliche und weckt in Otto jugendliche Kreuzzugsglut, während Bertha seine kriegerische Schwärmerei mit Sorge betrachtet. Bald tritt mit Gabriele von Portamour eine geheimnisvolle Dame auf, deren magischer Ring Besitz, Erbrecht und Schicksal miteinander verknüpft. Um sie und ihre Begleiter, besonders den stolzen Grafen Archimbald und den ritterlichen Folko von Montfaucon, entfaltet sich ein höfisch-ritterliches Spannungsfeld voller Turnierglanz, Rivalität und verschlüsselter Gefühle. Die Begegnung mit dem gefangenen maurischen Fürsten Muza erweitert den Roman um exotische Fremdheit, Musik und unterschwellige Leidenschaft, bis sich die anfängliche Harmonie in Bedrohung verwandelt: Am Strand wird die Frauenrunde von bewaffneten Männern überfallen, Gabriele entführt und nur Berthas mutiger Widerstand setzt der Gewalt ein vorläufiges Ende.