Jede Form Von Katastrophe: Buch 5 by Lucas Dridik

Jede Form Von Katastrophe: Buch 5

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Dreißig Blumensträuße. Jeden Tag einer, seit es passiert ist.

Yuri tut nicht so, als wäre es nicht passiert. Er tut nur so, als wäre es nichts gewesen. Und Héctor, der immer genau gewusst hat, was er denkt, und nie gezögert hat, es auszusprechen, findet sich in einem Schweigen, das so dicht und so beängstigend ist, dass er begonnen hat, es mit Überleben zu verwechseln.

Jede Form Von Katastrophe ist das Buch, das benennt, was das vorherige umkreist hat: dass es Menschen gibt, die einen schrittweise zerbrechen, so sanft, dass man es nicht bemerkt, bis das, was man einmal war, unkenntlich geworden ist. Yuri kontrolliert, was Héctor isst, wohin er geht, wen er sieht. Er bringt ihm mittags das Essen ans Universitätstor. Er schaltet Héctors Telefon mit den eigenen Händen stumm. Er nennt es Liebe. Er glaubt es vielleicht sogar.

Und Darlan — abwesend, unerreichbar, unerträglich — nimmt mehr Raum in Héctors Gedanken ein, als irgendein lebender Mensch das Recht dazu hat. Bei Amanda, beim Tee in kakaofarbenen Räumen, fragt Héctor eine Frau, die einen Mörder geliebt hat, wie sie die Kraft gefunden hat zu gehen. Ihre Antwort ist nicht das, was er erwartet hatte. Wir schaffen es nie, das loszulassen, was wir lieben. Aber wir vergeben denen nicht, die uns verletzen. Vergiss das niemals.

In einer weißen Schachtel in Darlans Kindheitszimmer findet er siebenhundert Briefe. Er öffnet sie nicht. Er muss es nicht. Manche Dinge sprechen durch ihr Schweigen allein.

Jede Form Von Katastrophe ist ein Roman über die Architektur der Angst — wie sie sich in einem aufbaut, Raum für Raum, bis man sich nicht mehr erinnern kann, wozu die Fenster einst da waren. Und über das schwache, beharrliche Licht der Menschen, die einen kannten, bevor man sich selbst vergessen hatte.
 

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